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Das Thema rund um gefälschte Halbleiter und anderer hochtechnologischer Bauteile hat in der heutigen Zeit und den aktuellen technischen Entwicklungen an Brisanz zugenommen. Erst letzte Woche berichtete Spiegel Online (Zoll beschlagnahmt mehr als eine Million gefälschte Halbleiter, 03.07.17) und weitere internationale Medien über einen Jahrhundert-Coup europaweiter Zollermittlungen und der Sicherstellung von Millionen gefälschter Halbleiter.

Als Hochtechnologieunternehmen und Bezieher wie auch Vertreiber solcher Bauteile sehen wir uns in einer besonderen Verpflichtung Stellung zu beziehen: ein Kurzinterview mit Frau Dr. Daniela Staerk, Head of EEE Parts Engineering and Radiation im EEE Center.

Frau Dr. Staerk, sind wir als Tesat-Spacecom in irgendeiner Weise von diesen Entwicklungen betroffen?

Für unsere klassischen Hi-Rel EEE Bauteile kann ich Entwarnung geben, da wir einen eng begrenzten „End-to-End“-Prozess für die Supply Chain haben und nur bei Originalherstellern oder sogenannten „franchised“ Distributoren beschaffen – im Falle der aktuellen Zollermittlungen handelte es sich um Bauteile, die überwiegend über Postdienste oder Expresskuriere aus dubiosen Quellen in die EU eingeführt wurden.

Desweiteren ist unser Netzwerk zu den Lieferanten sowohl im Beschaffungs- als auch im Qualitäts- und Engineering-Prozess sehr eng verzahnt. Im kompletten Prozess ist ein sehr hohes Maß an Transparenz als auch Traceability bis zum Halbleiter-Wafer und der Halbleiterfabrik gewährleistet und durch unsere Wareneingangsprüfungen verifiziert.

Was genau sind counterfeit bzw. gefälschte Bauteile?

Im Prinzip all das, was unter den Begriff „suspect counterfeit“ fällt – also wo sich der Beschaffungsprozess nicht oder nicht mehr genau zurückverfolgen lässt. Deswegen sollte es absolut vermieden werden bei sogenannten „Brokern“ zu beschaffen, die in vielen Fällen kaum noch wissen von wem sie die Waren erhalten haben; und das ist eben oft nicht mehr der direkte Hersteller, sondern wiederum ein anderer vorgelagerter Broker mit Ursprung meist in China oder Hongkong. Meist fehlt bei diesen Bauteilen dann auch ein Original-Zertifikat.

Offensichtlich wird ein counterfeit, wenn sich ein direkter Nachweis erbringen lässt. Hierfür gibt es mehrere Ansatzpunkte, wie z.B. ein gefälschtes Logo, gefälschte Papiere, Wafer- oder Elektronikmaterial vom sogenannten „grauen Markt“ (d.h. Bauteile, die als ungeeignet deklariert und trotzdem in Umlauf gebracht wurden) oder einem nachgemachten Chip.

Wo sehen Sie den Grund für das Fälschungsproblem auf dem Markt?

Ein Treiber für das Problem ist die Obsolescence, d.h. die Abkündigung von Bauteilen, obwohl deren Bedarf auf dem Markt noch nicht abgedeckt wurde. Gerade in solchen Notsituationen kann man sich schnell verleiten lassen die Standard Supply Chain zu verlassen, um noch an die wertvollen Bauteile zu gelangen und ein kostspieliges Re-Design zu vermeiden. Hier geht man ein hohes Risiko ein!

Gerade komplexere Bauteile bzw. integrierte Halbleiter sind teuer und Ausschussmaterial lässt sich „schönen“ und wieder neu vermarken. Es gibt in manchen Ländern eine regelrechte Industrie des Recycelns von Elektronikschrott. Und auf den ersten Blick ist einem Bauteil nicht immer anzusehen, ob es schon einmal verbaut und für längere Zeit betrieben wurde, oder nicht.

Bei jedem Verdachtsfall und Aktionen außerhalb der Standard Supply Chain sollte ein erweiterter Wareneingangsprozess mit z.B. zusätzlichen Analysen und Lebensdauertests durchgeführt werden, um das Risiko zu minimieren.

Gibt es Prognosen für die Zukunft, um diesem Problem habhaft zu werden?

Leider ist in den letzten Jahren die Anzahl neuer GIDEP (Government-Industry Data Exchange Program) Alerts zu Counterfeit-Bauteilen pro Jahr weiter angestiegen. Durch den im NewSpace und bei Low Cost Projekten vermehrten Einsatz von COTS (Commercial-off-the-shelf) Bauteilen sehe ich durch den einhergehenden erhöhten Druck auf Preis und Lieferzeit das Risiko steigen. Gleichzeitig nimmt unsere gewohnte Transparenz und Traceability ab, die wir von Hi-Rel Lieferanten erwarten. Das macht es umso wichtiger einen sauberen Supply Chain Prozess und ausreichende Qualitäts- und Zuverlässigkeitsprüfungen zu gewährleisten, bevor die mangelhaften Teile verbaut werden und größeren Schaden anrichten.

Vielen Dank Frau Dr. Staerk.